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Die Gärten

 

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Die Gärten

Landträume - Europas schönste Landschaften und Gärten

Kommen Sie mit ServusTV auf eine Reise durch Europas eindrucksvollste Landschaften und Gärten. Hier finden Sie gesammelt alle Infos der einzelnen Folgen zu den vorgestellten Gärten.

Andalusien


Toni Bruggers Kakteen-Erlebnisgarten
Am Rand des Naturparks Cabo de GataNijar betreibt Toni Brugger eine Gärtnerei. Der gebürtige Österreicher gilt weit über die Region hinaus als Experte für Pflanzen aus Trockengebieten. In seiner Gärtnerei finden sich Hunderte von exotischen Sukkulenten und Kakteenarten aus allen Teilen der Welt.Seine Leidenschaft für Wüstenpflanzen krönt Toni Brugger nun mit einem Lebenswerk. Unterhalb seiner Gärtnerei errichtet er einen Erlebnisgarten mit Pflanzen aus den schönsten Trockenzonen der Welt. Ein Projekt, mit dem er seine Philosophie eines idealen Gartens umsetzen will. Dieser soll Illusionen wecken und nie alle Geheimnisse sofort preisgeben. Er soll von einem Besucher Stück für Stück erschlossen werden und ihn zu einem bestimmten Ziel führen. In der Mittelmeerabteilung von Tonis Garten ist dies zum Beispiel ein Wasserfall, der verspielt über eine Granitwand tröpfelt. Wer den Garten betritt, hört dieses Rauschen, weiß aber nicht, wo es herkommt, da das dichte Blätterwerk der Olivenbäume die Sicht versperrt. Erst nach und nach wird der Besucher zu dem Wasserfall geführt.

Kontakt unter:
Toni Brugger
Camino del Campo s/n cp.
04100 Villa de Níjar
www.jerezinmobiliaria.com

Kolonialer Gartentraum – die Casa de los Bates
Entlang der Küste Andalusien herrscht ein tropisches Klima – mit milden Wintern und heißen, feuchten Sommern. Auf einer Anhöhe in der Nähe des Städtchens Motril befindet sich die Casa de los Bates – eine im 18. Jahrhundert von Zuckerbaronen errichtete Villa samt fürstlichem Garten. Die heutigen Besitzer, Julio Rodriguez und seine beiden Brüder, sehen ihre Verantwortung darin, das historische Anwesen so originalgetreu wie möglich zu erhalten. Der herrschaftliche Garten besteht aus zwei Teilen. Der erste wurde im 18. Jahrhundert als eine Art botanischer Garten errichtet.

Die Zuckerbarone brachten von ihren Reisen Pflanzen aus allen Teilen der Welt mit: Araukarien, Magnolien, unterschiedlichste Palmen. Die spanische Kolonialzeit hat auf diese Weise die Gestaltung dieses Gartens sowie zahlreicher anderer andalusischer Gärten ge-prägt. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage mit einem von der Granadischen Alhambra inspirierten Garten erweitert: mit symmetrisch angeordneten Sträucher und Baumgruppen, einer terrassierten Anlage über mehrere Ebenen sowie einer maurischen Bewässerungsanlage, die vom höchsten Punkt des Gartens aus das Wasser über ein Labyrinth von Kanälen und Schließtoren in die einzelnen Bereiche leitet. In Teilen des Gartens ist das System noch heute in Betrieb.Eine Seltenheit im heutigen Spanien, wo fast ausnahmslos die moderne Tröpfchenbewässerung genutzt wird.

Kontakt unter:
www.casadelosbates.com

Apulien

Der Garten der vier Jahreszeiten von Yvonne Lanzieri und Antonio Milo
Immer wieder war Apulien Schauplatz kriegerischer Handlungen. Noch heute zeugen Wehrtürme vom Kampf gegen Invasoren. Auch Landgüter besaßen häufig solche Türme. Die meisten wurden im Laufe der Zeit jedoch abgerissen, weil sie keine Funktion mehr erfüllen. Nicht so bei Yvonne Lanzieri und Antonio Milo.

Das Paar zog vor einigen Jahren aufs Land und erweckte den brach liegenden, halb verfallenen Familiensitz aus Yvonnes Verwandtschaft wieder zu neuem Leben. Den historischen Turm als zentrales Gebäude des Hofes restaurierten sie eigenhändig. Rund um den Turm ließ sich Yvonne von einem namhaften Gartenarchitekten ein phantasievolles Blumenreich entwerfen.

Die Anlage besteht aus vier Bereichen. Jedem wurde ein Element zugeordnet: Feuer, Luft, Wasser und Erde.
Die Pflanzen korrespondieren mit diesen vier Themen. Für Wind wählte Yvonne beispielsweise Pflanzen, deren Halme sich leicht im Wind wiegen und ein sanftes Rauschen erzeugen. Bei Feuer dominieren markante, rot-gelbe Farbtöne und zackenför-mige Blätter und Blüten. Beim Wasser wurden hauptsächlich Pflanzen mit sanften, blauen Blüten gesetzt. Bei Erde schließlich mediterrane Sträucher, Blumen und Kräuter aus der Region.

Auf ihrem Landgut bauen Yvonne Lanzieri und Antonio Milo auch Oliven und Getreide an, eine regionaltypische, geschmackvolle Weizensorte. Für kommerziellen Anbau ist sie al-lerdings weniger geeignet. Ihre Halme wachsen bis zu einem Meter achtzig hoch, wes-halb sie für Unwetter und Hagel anfällig sind. Auch beim Anbau der Tomaten setzen die Beiden auf alte apulische Sorten: ‚Leccese’, ‚Raccalini’, ‚Fiaschetto’. Diese sind sehr deli-kat und werden von Feinschmeckern geschätzt. Yvonne und Antonio bauen sie im für Apulien typischen Trockenfeldbau an. Dieser kommt mit minimalem Wasserverbrauch aus und sorgt für einen besonders intensiven Geschmack der Früchte.

Das Paar vermietet auch Ferienwohnungen.
Kontakt unter:
www.masseriagianferrante.it

Der Kakteengarten von Salvatore Cezzi
Der ehemalige Banker Salvatore Cezzi hat sein Hobby zum Landtraum gemacht. Aus seinem privaten Garten schuf er ein für die Öffentlichkeit zugängliches Gartenreich mit der größten Sukkulentensammlung Italiens. Über 2.000 Arten gedeihen in seiner grünen Oase. Darüber hinaus experimentiert der Gärtner mit bizarren Kreuzungen. Was Laien mitunter befremdet, steht bei Pflanzenliebhabern hoch im Kurs.

Salvatore Cezzi sieht seinen Garten, bei dessen Pflege ihn inzwischen etliche Angestellte unterstützen, als Ausdruck künstlerischer Intuition: „Wer einen Garten anlegt, drückt durch die Pflanzen seine Emotionen aus und vermittelt sie den Besuchern. Das ist wie bei Malern, die Farben verwenden oder Komponisten, die mit Noten Lieder schaffen. Für mich sind es die gleichen Gefühle wie beim Hören von Musik oder der Betrachtung eines schönen Bildes. Der Besuch in einem Garten soll die gleichen Reaktionen hervorrufen.“

Kontakt unter:
www.lacutura.it

Ökologische Landwirtschaft inmitten Trullis
Trulli sind kleine, runde Steinhäuschen mit spitzem Dach. Einst dienten diese Häuschen den Bauern als Stall und Wohnraum. Im Laufe des 20. Jahrhunderts verfielen aber die meisten Gebäude. Harte Arbeit und die Armut der Region trieben viele Bauern in die Städte oder ins Ausland. Die Masseria del Duca hat die Landflucht als eine der wenigen unbeschadet überdauert. Rund um das historische Gebäude-Ensemble hat Gianpaolo Cassese mit seiner Familie den größten ökologischen Landwirtschaftsbetrieb der Region geschaffen. Gianpaolo ist dabei wichtig, an lokale Traditionen anzuknüpfen.

Er nutzt lokale Tierrassen, traditionelle Methoden der Käseherstellung und bewahrt die alten Olivenbäume, die noch von Hand geerntet werden müssen. Darüber hinaus versucht Gianpaolo, dieses Wissen für die Nachwelt zu erhalten. Er und seine Familie organisieren auf dem Hof Rundgänge für Schulklassen und andere Besucher, außerdem hat Gianpaolo mit anderen Landwirten ein Netzwerk gegründet, in dem sich 100 Höfe – in Apulien Masserien genannt – gegenseitig unterstützen. Sie helfen sich mit Rat und Tat und vermarkten sich gemeinsam. Das Ziel: Jüngere Leute zu motivierten, wieder aufs Land zu ziehen und der Krise der Landwirt-schaft mit innovativen Ideen zu trotzen.

Kontakt unter:
Antica Masseria Monti del Duca
Gianpaolo Cassese
Via A. Grandi 11
http://www.facebook.com/inmasseria 4023 Grottaglie

Bodensee


Eva Eberwein: Hesses Garten
In Gaienhofen baute der Nobelpreisträger Hermann Hesse 1907 sein einziges Haus. 2004 hat Eva Eberwein damit begonnen, Haus und Garten vor dem endgültigen Verfall zu retten. Hesse träumte von einem naturnahen Leben auf dem Lande. Dazu gehörte für ihn ein üppiger Garten mit Blumen, Gemüse und Kräutern. Hesse schätzte wildwogende Beete mit zahllosen Dahlien, Astern oder Stauden. Doch der Dichter blieb nur 5 Jahre auf dem Land.

Als Eva Eberwein fast ein Jahrhundert später hierher kam, waren fast alle Spuren davon verschwunden. Akribisch hat die Biologin den Garten an Hand alter Pläne selber rekonstruiert. Eva Eberwein ist weit davon entfernt eine Hesseanbeterin zu sein.Doch zumindest in Gartendingen steht sie dem Meister Nahe. Hesse sei erfreulich experimentierfreudig gewesen. Besuche sind nach Anmeldung möglich.

Kontakt unter:
www.hermann-hesse-haus.de

Marigret Brass Kästel: Ein Garten mit Seeblick
Ganz im Osten, auf der bayerischen Seite bei Lindau, rücken die Alpen ganz nahe an den See. Der Lindenhofpark war früher das Herz des prächtigen Villengürtels an der bayerischen Riviera. Nach dem Krieg wurden Park und Villa an die Stadt verkauft und die Anlage ist nun öffentlich. Marigret Brass Kästl ist eine direkte Nachfahrin des Gründers Friedrich Gruber. Vor 27 Jahren ist sie mit ihrem Mann Reiner Kästl in das alte Pfisterhäuschen am See gezogen, dass sich bis heute im Familienbesitz befindet. Das Seegrundstück wäre wohl Millionen wert, aber mit ihren zwei Geschwistern hat sie entschieden, dass sie den Familienbesitz erhalten wollen.

So leben Marigret und ihr Mann Rainer in traumhafter Lage direkt am See. Sie müssen nicht viel tun, außer der Pflege und ständigem massiven Zurückschneiden der vom feuchtwarmen Bodenseeklima üppig wuchernden Vegetation. Der Seeblick ist eine solche Sensation, dass jede sonstige Gartenambition davor zurücktreten darf. Der Lindenhofpark ist öffentlich zugänglich. Ein Förderverein kümmert sich um den Erhalt.

Kontakt unter:www.gartendenkmal-lindenhofpark.de

Wolfgang Seethaler: Bauerngarten mit Ambitionen
Wolfgang Seethaler hat in Lindau seinen Beruf zum Hobby gemacht. Als Gartenarchitekt plant er aufwändige Gartenanlagen anderer Leute und verbringt trotzdem jede freie Minute in seinem eigenen Garten. Seethaler hat einen alten Bauernhof gekauft, mit Feldern und Wiesen drum herum. Verlockt hat ihn der freie Blick in die bäuerliche Landschaft. Sein Vorbild sind die alten Bauerngärten, wie man sie am See nur noch selten findet.

Der Garten selber ist nicht sehr groß, doch Seethaler nutzt das umliegende Weideland der benachbarten Bauen geschickt, um es gestalterisch zum Teil seines Gartens zu machen. Die Obstwiese ist eigentlich die Kuhweide des Nachbarbauern, doch Seethaler hat die alten Apfelbäume wieder in Schuss gebracht und der Bauer überlässt ihm gerne die Ernte. Im hinteren Teil zitiert er mit einem Hühnerstall das Landleben, in den Blumenbeeten am Haus stehen einträchtig Gemüse, Astern und Dahlien nebeneinander. Trotz seiner Liebe für das bäuerliche Ambiente, hat der Gartenarchitekt auch Ambitionen. Eine Hecke, die gestalterisch ein Beet umfasst, unterbricht er mit bewusst kreierter Asymmetrie: abwechselnd folgen glattblättrige Büsche auf Nadelgehölz. Wolfgang Seethaler gestaltet Gärten: www.gartenimpulse.de

Gartentipps

Essbare Blüten - Schön und nützlich:
Es gibt viel mehr essbare Pflanzen als wir denken. Dazu gehören zum Beispiel die Blüten der Taglilien oder von Dahlien. Weniger bekannt ist, ist dass man auch die Pflocksblüten essen kann. Außerdem lassen sich die feinen, süßlich duftenden Blüten zu Sirup verarbeiten. Essbare Blüten verzieren Gerichte, sehen ansprechend aus und haben geschmacklich einige Besonderheiten zu bieten. Die Aromen der Blüten ähneln denen der Blätter der jeweiligen Pflanze, haben aber noch eine süßliche Komponente, da in den Blüten Nektar enthalten ist. Gerade zu würzigen Speisen passen essbare Blüten ausgezeichnet, da sie einen geschmacklichen Kontrapunkt setzen.

Apfelpflücker
Der Apfelpflücker mit den gepolsterten Greifarmen ist eine Spezialanfertigung aus der Schweiz. Im Vergleich zu den Apfelpflückern mit den Säckchen hat man den Apfel fest im Griff. Er kann nicht herunterfallen. Außerdem bietet der lange Stab die Möglichkeit, die Äpfel vom Boden aus zu pflücken. Bei niedrigen Bäumen braucht man keine Leiter mehr. In höheren Lagen verlängert der Apfelpflücker die Leiter entsprechend bis in die Spitzen.

Winterharte Fuchsien
Viele Fuchsienarten sind bei Beachtung einiger Grundregeln in unserem Klima bedingt winterhart. Winterharte Fuchsien sind Wildformen oder Sorten, die den Wildformen noch sehr nahe stehen. Den Ansprüchen entsprechend gedeihen sie in einem normalen, lockeren, humosen Gartenboden, aber ohne stauende Nässe. Das Aussetzen der Jungpflanzen darf erst nach den Eisheiligen erfolgen. Letzter Pflanztermin ist Mitte Juli. Die gut entwickelten Pflanzen werden ca. 10 cm tiefer als normal gepflanzt. Das schützt den Wurzelstock vor starkem Frost und Austrocknen. Junge Pflanzen setzt man am besten in eine Mulde, die spätestens im Herbst aufgefüllt wird. Nach den ersten Frösten im Herbst können die Triebe um ein Drittel zurückgeschnitten werden. Die Pflanzen werden leicht angehäufelt oder mit Rindenhumus oder Laub abgedeckt, oder mit Tannenzweigen bedeckt. Im zeitigen Frühjahr wird die Abdeckung entfernt und erfrorenes Holz zurückgeschnitten. Die Fuchsia regia ssp. reitzii mit ihren Formen bildet die Ausnahme; das oberirdische Holz friert im Allgemeinen nicht zurück, sie treiben auch aus den verholzten Teilen wieder aus. Diese Fuchsienart ist deutlich resistenter gegen Frost; die grünen Triebe können einige Grade Spätfrost sowie auch bis zu -5 °C Herbstfröste vertragen.

Bretagne


Die Menschen, die ihre Träume zu verwirklichen suchen, halten an den Traditionen fest und besinnen sich ihrer Wurzeln. In der Gestaltung ihrer Gärten haben sie die Aussicht auf ein anderes Leben als das, was die Stadt ihnen bietet. Auch wenn in der Bretagne oft ein rauer Wind herrscht und man sich vorkommt als würde man am ‚Ende der Welt‘ leben, wie eines seiner Departements, das ‚Finistère‘, wörtlich übersetzt heißt, so laden Landschaft und die verschiedenen Möglichkeiten eines naturnahen Lebens zum Verweilen und Bleiben ein. Viele, die einmal in die Bretagne gekommen sind, kehren immer wieder oder wollen erst gar nicht mehr weg. Der Traum von einem alternativen Leben ist hier für viele Menschen Wirklichkeit geworden.

Herbignac: Der Moorgarten von Annick Bertrand und Yves Gillen
Am Rande eines großen Sumpfgebietes, dem Parc régional de brière, im Südosten der Bretagne haben sich Annick Bertrand und Yves Gillen niedergelassen und leben ihren Traum von der Unabhängigkeit. Hier haben sie unfruchtbares Land in ein Stückchen Paradies verwandelt.

Anfangs hatten sie keine Ahnung, wie sie was anbauen und pflanzen mussten. Annicks und Yves ersten Versuche waren ein totaler Ausfall. Das Land war undankbar. Immer wieder wurde alles überflutet und auf der morastigen, salzigen Erde – gespeist vom Meereswasser des nahen Atlantik und dem Flusswasser der Loire – wuchs nichts. Erst nach und nach lernten sie, wie sie es anstellen mussten, damit auch hier Gemüse, Blumen und Pflanzen gediehen.

Hinter einem liebevoll gestalteten Häuschen – einer Art Gartenpavillon, nur viel größer – dessen Mauern über und über mit Mosaik verkleidet sind, erstreckt sich der Moorgarten. Eine bunte Oase, die den grünen Dschungel nicht gänzlich verbergen kann, der von allen Seiten hereindrängt. Überall wuchern Sträucher und dichte Büsche, schmale Kanäle winden sich um höher gelegene Wege oder die aufgeschütteten Wege schlängeln sich an morastig braunem Wasser entlang. Laubengänge führen zu mit Reet gedeckten Schuppen, Holzver-schlägen und einem alten eingewachsenen Wohnwagen. Stege aus schweren Eichenholz-bohlen überbrücken schmale Wasserläufe, die mit einem Teich verbunden sind. Nichts ist zufällig, alles ist angelegt. Es ist ein Garten, der einem Traumland der Natur entsprungen sein könnte.

Annick Bertrand und Yves Gillen sind jahrelang als Vagabunden mit einem Wohnwagen und einem Pferdespann durch Frankreich gereist, bis sie hier vor fast vierzig Jahren ankamen und blieben. Frei und unabhängig wollten sie leben, den Traum von völliger Autarkie, auskommen mit dem, was ihnen die Erde bot. Yves Gillens Erfahrungen, wie ein schier unfruchtbares Land, urbar gemacht werden kann, haben sich in den letzten Jahren bis in die renommierte Gartenbauschule, die École Nationale Supérieure du Paysage von Versailles, herumgesprochen. Einmal in der Woche unterrichtet der Autodidakt dort.

Yves Gillen und Annick Bertrand begrüßen gern Gäste in ihrem Garten.

Le jardin du marais
Yves Gillen, Annick Bertrand
Hoscas
44410 Herbignac
Tel ++33 (0)2 40 91 47 44
geöffnet von Mitte Mai bis Mitte Oktober, Öffnungszeiten telefonisch erfragen

Ile de Bréhat – Die Insel als Garten für Laurence und Charles Blasco

Vom Südosten in den Norden der Bretagne, von der Sumpflandschaft an die Küste, vom festen Land auf die Insel. Laurence und Charles Blasco haben im Norden der Bretagne ihr Paradies gefunden. Auf der Ile de Bréhat, der ‚Blumeninsel‘ haben sie ihre Passion zur Profession gemacht und geben anderen Tipps. Sie betreiben eine Gärtnerei. Das ist umso erstaunlicher, da sie diesen Beruf niemals gelernt haben. Sie haben ausprobiert und experimentiert. Die Insellage half ihnen dabei, die Natur verzeiht hier viel.

Die klimatischen Bedingungen auf der Insel sind nahezu ideal, so dass die Pflanzen im Frühjahr früher zu sprießen beginnen. Obwohl nur drei Kilometer vom Festland entfernt, ist es als wäre man in einer anderen Welt.

Die Agapanthus africanus, die Schmuck- oder Liebeslilie ist das Wahrzeichen der Insel. Eine einst aus Südafrika von Seefahrern mitgebrachte Pflanze, die von Juni bis September ihre Pracht entfaltet. Laurence und Charles Blascot helfen den Inselbewohnern Gärten anzulegen und selbstverständlich darf dann auch die Agapanth nicht fehlen.

Wer den Weg auf die Insel findet, ist herzlich willkommen bei Laurence und Charles Blascot. Neben vielen und exotischen Pflanzen gibt es die Tipps gratis.

Kontakt:
Laurence & Charles Blasco
Keranroux
22870 Île de Bréhat
Mobil: +33 (0)6 86128 609
Tel.: +33 (0)2 962 00 384
Internet: www.pepiniere-brehat.com

Die Korbweiden von Christian Guérin
Die Gegend ist hügelig und grün. Schmale Straßen schlängeln sich durch die Landschaft. Zwischen Feldern, Wiesen und Wälder taucht hin und wieder ein allein stehendes Haus auf oder ein mittelalterlich anmutendes Dorf mit dicken Kirchenmauern, einem gewaltigen Gotteshaus, mit Steinhäusern und einem Friedhof. Menschen sind hier selten zu sehen. Es ist als würden sie in diesen Weiten keine große Rolle spielen. Europa wie es ursprünglicher nicht sein könnte. Die Reise macht Halt zwischen der Nord- und der Südküste der Bretagne in der Region Centre im Departement Côtes d’Armor.

Christian Guérin ist einer der wenigen Korbflechter, die es in der Bretagne noch gibt. Ein Handwerker im wahrsten Sinne des Wortes, denn er braucht für seine Arbeit fast ausschließlich seine Hände. Eines der ältesten Handwerke kommt so gut wie ohne Werkzeug aus. Und darin besteht die Kunst. Für Christian Guérin ist es selbstverständlich, dass er auf dieser Art Körbe macht. Er hält nicht viel von den industriell gefertigten Gegenständen. Mit seiner Arbeit knüpft er an die Tradition an. Er will, dass sie weiter existiert, dass das Wissen nicht verlorengeht.

Christian Guérin freut sich über Besucher, denen er etwas von seinem Handwerk zeigen kann. Vorher anrufen ist sinnvoll.

Christian Guérin
Le Guernic
22570 Lescouet-Gouarec
Tel.: +33 (0)2 962 42 067

Lüneburger Heide


FAMILIE MERTENS IN WILSEDE

Dirk Mertens lebt mit seiner Familie inmitten des Naturschutzparks Lüneburger Heide, in Wilsede. Das kleine Heidedorf ist der Mittelpunkt der Lüneburger Heide. Trotz der vielen Besucher wirkt es wie ein bewohntes Museumsdorf, in dem die Uhr seit hundert Jahren stillsteht. Der Landschaftsgärtner Dirk Mertens hat hier seinen Arbeitsplatz direkt vor der Haustür: er ist für die Pflege der Pflanzen und Tiere im Naturschutzgebiet zuständig. Seine Frau Claudia hält eine Gartentradition der Region lebendig: Sie pflegt und gestaltet Bauerngärten. Der Garten der Mertens um das alte Schulhaus herum ist privat, der öffentliche Bauerngarten kann jedoch jederzeit besichtigt werden. Er befindet sich neben dem Heidemuseum ‚Dat ole Huus’ im Zentrum von Wilsede.
http://www.verein-naturschutzpark.de/

TIPP: Kräuterspirale
Die Kräuterspirale ist ein dreidimensionales Beet. Auf kleinstem Raum können hier verschiedene Kräuter mit unterschiedlichen Ansprüchen gemeinsam wachsen. Der Aufbau ist einfach, sollte für gute Erfolge jedoch genau befolgt werden. Ausschlaggebend ist der Weg des herab laufenden Wasser, der Winkel des Sonnenstandes sowie die richtige Erdmischung. Die aufsteigende Spirale unterteilt sich dabei in vier Bereiche: die Wasserzone am Fuß mit einem kleinen Miniteich für Brunnenkresse, die anschließende Feuchtzone angereichert mit Komposterde für Petersilie oder Dill, die halbschattige Normalzone für Schnittlauch und Melisse sowie schließlich der oberste Bereich, die Mittelmeerzone, wo es sehr heiß und trocken ist. Mediterrane Kräuter wie Thymian, Salbei und Lavendel genießen hier die volle Sonne. Die Kräuterspirale ist ein Beispiel der Permakultur, die das ganze Jahr über gedeiht.

TIPP: Parfait mit Kräutern
Für ein Parfait eigenen sich Kräuter in gleicher Weise wie die vertrauten süßen Fruchtaromen. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Grundsätzlich wird Eigelb, über einem heißen Wasserbad, mit Zucker cremig geschlagen. Dann werden die klein geschnittenen Kräuter beigegeben und zum Schluss die aufgeschlagene süße Sahne untergehoben. Die so zubereitete Masse wird in eine Metallform gegeben und in dieser mindestens zwei Stunden gefroren. Claudia Mertens hat dem Parfait mit Zitronenminze auch Zesten von einer Zitrone beigegeben.

KLOSTERGARTEN IN EBSTORF
Kloster Ebstorf ist eines von sechs Klöstern in der Lüneburger Heide, das heute von alleinstehenden evangelischen Frauen bewohnt wird. Die Damenstifte haben eine lange Tradition und Kunstschätze aus vielen Jahrhunderten vorzuweisen. Im Kloster Ebstorf ist eine Weltkarte aus dem 13. Jahrhundert zu besichtigen. Auch der Kreuzhof der Anlage ist für Besucher geöffnet. Um seine Pflege, hier blühen im Sommer Lavendelbüsche und alte Rosensorten, kümmert sich Margit Halle. Für den Blumenschmuck im Kloster sowie für die Koordinierung des großen Klostergartens ist wiederum das ‚Gartenfräulein’ Elke Wöltje zuständig. Neben der Bleichwiese und einen gemeinschaftlichen Nutzgarten, gibt es auch kleine Parzellen, die Damengärten, die jede selbst bewirtschaften muss. Da es die privaten Gärten der Stiftsdamen sind, bleiben sie den Besuchern leider verschlossen.
http://www.kloster-ebstorf.de/

TIPP: Duftsäckchen
Den ganzen Sommer über sollten verblühte Rosenblüten abgeschnitten werden, denn so braucht die Pflanzen keine Kraft mehr in die bereits verblühenden Blüten zu stecken. Blüten einer duftintensiven Rose eignen sich gut, um sie nach dem Trocknen in kleinen Stoffsäckchen zu verpacken. Eine andere Variante ist diese außerdem mit getrockneten Lavendelblüten zu mischen. Die beste Zeit, diese zu ernten, ist zu Beginn ihrer Blütezeit, denn dann ist der Anteil an ätherischen Ölen am höchsten. Der Duft und damit die mottenabschreckende Wirkung kann so über lange Zeit immer wieder durch Drücken des Säckchens aktiviert werden.

WACHOLDERHOF IN BISPINGEN
Gleichsam als Tor zum Naturschutzgebiet Lüneburger Heide liegt der staatlich anerkannte Erholungsort Bispingen. In Ortsrandlage, versteckt umgeben von einem Waldgürtel, wohnt Andrea von Bushe in einem ehemaligen Müttergenesungsheim. Auf dem 17 Hektar großen Grundstück gibt es nicht nur eine historisch gewachsene Heidefläche mit großen Wacholdern, sondern auch einige Dutzend Heidschnucken. Die ‚Grau Gehörnte’ hatte es Andrea von Bushe schon immer angetan. Und auch wenn sie eher durch Zufall zur ersten eigenen Heidschnucke im privaten Garten kam, besitzt sie heute außerdem eine große Herde, die von einer Schäferin betreut wird. Die Herde kann jeden Tag im Naturschutzgebiet Fischbeker Heide bei Hamburg beobachtet werden.
http://www.stiftung-naturschutz-hh.de/fiheide/index.htm

TIPP: Heidschnuckenkeule mit Wacholderbeeren
Nur alle paar Jahre tragen die weiblichen Wacholdersträucher reife Beeren. Blauschwarz müssen sie sein, dann dürfen sie geerntet werden. Der harzige, strenge Geschmack der Beere ist sehr eigen, passt aber hervorragend zu Lammfleisch. Das Fleisch der Heidschnucke hat einen besonders feinen, wildartigen Geschmack, aber natürlich kann auch jedes andere Lammfleisch verwendet werden. Nach dem Würzen und vor dem Anbraten der Keule, das Fleisch mit frisch gemörserten Wacholderbeeren einreiben. Der Lammkeule außerdem noch einige Rosmarinzweige und eine ganze Knoblauchknolle beilegen und je nach Größe mehrere Stunden im Ofen schmoren lassen. Je mehr Wacholder verwendet wird, desto mehr erinnert der Geschmack an Gin, der aus Wacholderbeeren destilliert wird.

REETDACHHAUS AUF HARMS-HOFF
Das zweihundert Jahre alte Bauernhaus der Architekten Hüsing-Pieper steht in Hanstedt, in der Nordheide. Die alten Bauernhäuser wurden in der Region im Fachwerkstil als Hallenhäuser gebaut, in denen Mensch und Tier unter einem Dach lebten. Das dazugehörige Reetdach ist nicht nur eine Reminiszenz an die historische Substanz des Hofes. Reetdächer sind in Norddeutschland sehr beliebt, denn Schilfrohr ist ein idealer biologischer Baustoff, der hervorragend isoliert. Alle paar Jahre muss der First ausgetauscht werden. Die hiesigen Dachdecker, wie Rolf Albers, verwenden zum Einkleiden der Firste nach wie vor Heidekraut.
http://dachdeckerguide.com/albers/page=start_page
Harms-Hoff hat eine Ferienwohnung, hier kann man unterm Reet Urlaub machen.
http://www.harms-hoff.de/home.htm

Madeira


Funchal: die Gärten der "Quinta do Palheiro
"
Die „Quinta do Palheiro“ liegt an einem Berghang über der Stadt Funchal. Christina Blandy und ihr Gärtner José Fernandes sorgen dafür, dass die Parkanlage ihre ursprüngliche Form behält: sie ist als botanischer Garten mit vielen Blumen und seltenen Pflanzen aus allen Kontinenten angelegt. Streng in Form geschnittene Buchsbaumhecken umranden die Beete, in denen die unterschiedlichsten Pflanzen wachsen.

Seitdem Christina Blandy mit ihrer Familie in den 80er Jahren auf den Landsitz gezogen ist, kümmert sie sich um die Parkanlage. Schon im 19. Jahrhundert legte die Familie Blandy, eine alteingessene Madeirawein-Dynastie, diese Gartenarchitektur fest. Christina Blandy ist stolz, dass sie es bislang geschafft hat, die Gartenanlage in ihrer Eigenart zu bewahren. Besucher können Christina Blandy oft auf ihren Wanderungen durch ihren Rosengarten antreffen. Ihre zehn Gärtner stehen Besuchern für Tipps und Fragen gerne jederzeit zur Verfügung. Die Gärten der „Quinta do Palheiro“ können das ganze Jahr über besichtigt werden.

Kontakt unter:
Quinta do Palheiro
Caminho da Quinta do Palheiro,32
9060-255 Funchal
Madeira-Portugal
Tel.: +35 (0)1291-793 044
Internet: www.palheirogardens.com

Porto Moniz: Der Garten von José Costa
An der schroffen Nordküste der Insel liegen das Haus und der Garten von José Costa. Er hat sich hier ein Refugium geschaffen, in dem er seinen kreativen Ideen freien Lauf lassen kann. Seitdem er vor 14 Jahren das Haus erworben hat, gestaltet er es immer wieder neu. Er pflastert, inspiriert von den tradionellen „calçadas madeirenses“, Plätze und Wege in seinem Garten mit Steinen, die er am Strand sammelt. Die Mosaikmuster der „calçadas“, Wege aus groben weißen und schwarzen Steinen, wendeten die Portugiesen schon im 15. Jahrhundert an. Der gelernte Mechaniker hat auch viele Kreationen aus Stahl für seinen Garten gefertigt. José Costa hat immer genug Ideen für neue Verschönerungen aus Stein und Stahl rund um sein Haus. Er freut sich über jeden Besucher, der seinen kreativen Garten bewundern möchte. Eine Anmeldung ist sinnvoll.

Kontakt unter:
José Costa
Estrada Regional 101
Porto Moniz No. 81
9270-034 Porto Moniz
Madeira-Portugal
Tel.:+35 (0)1966-14 40 57

Machico: Der Garten von Lino Freitas – Inspirationen aus dem Lorbeerwald

Madeiras einzigartiger Lorbeerwald ist für Lino Freitas eine wahre Fundgrube für neue Gartenideen. Auf seinen regelmäßigen Wanderungen weisen künstlich angelegte Wasserkanäle, die „levadas“, ihm den Weg. Zuhause begrünt er seine Mauern mit Dickblattgewächsen, die im Lorbeerwald in den Felswänden wachsen. Wie der gesamte Wald stehen auch sie unter Naturschutz. Lino Freitas erhält die Samen von Bekannten, die die Pflanzen heranzüchten. Dickblattgewächse sind in der Lage Wasser zu speichern und so an trockenen Stellen zu überleben. Sie brauchen deshalb nur wenig Wasser. Auch mit bunten Blumen verschönert Lino Freitas seine Gartenmauern. Besucher sind jederzeit willkommen, seinen Garten zu besichtigen.

Kontakt unter:
Lino Leonel Franco de Freitas
Caminho das Figueiras nº14
9200-127 Machico
Madeira-Portugal
Tel.:+35 (0)1965-75 02 89

Porto da Cruz: Der Garten von João Abel – Paradiesvogelblumen und Helikonien

João Abels Leidenschaft gilt zwei besonderen Tropenpflanzen – Strelitzien und Helikonien. Schon als Kind setzte er seine erste Strelitzie, heute hat er in seinem Garten an der Südwestküste genug Platz, um davon Hunderte zu pflanzen. Strelitzien werden auch als Paradiesvogelblumen bezeichnet, denn ihre blau-orangefarbenen Blüten erinnern an einen Vogelkopf. Bis vor wenigen Jahren galten sie als Wahrzeichen Madeiras. Da sie aus Südafrika auf der Insel eingeführt wurden, gehen heute die Meinungen auseinander, ob sie Madeira wirklich gut repräsentieren. Für João Abel sind seine Strelitzien und Helikonien ein Hobby, dem er neben seinem Beruf als Geschichtslehrer nachgeht. Er nimmt sich gerne Zeit für Besucher, um ihnen seine Pflanzen zu zeigen. Auf ihrem Anwesen vermieten er und seine Frau auch Zimmer an Urlauber.

Kontakt unter:
Família Abel Mendes
Rua dos Leais,nº49225-050
Porto da Cruz
Madeira-Portugal
Tel.: +35 (0)1964-21 85 52
E-Mail: quintadavila@hotmail.com

Provence


Am Fuße der „Alpilles“ bei Avignon, im Schatten von Lindenbäumen, liegt Mas de la Brune, ein altes Steinhaus aus der Renaissancezeit, das einem Alchemisten gehört haben muss. Den Garten dazu hat das Ehepaar de Larosière von Grund auf neu gestaltet, denn über die Jahrhunderte wurde er vernachlässigt. Zwar lieben sie die typisch provenzalische Mischung von Lavendel und Olivenbäumen und haben sie in ihrem Garten integriert – doch ihre wahre Leidenschaft gilt ihrem Alchimistengarten. Mit einer ausgeklügelten Gartenarchitektur haben sie den Weg der Alchemisten auf der Suche nach dem Stein der Weisen in einem separaten Garten versinnbildlicht und erlebbar gemacht.

Dabei durchschreitet der Besucher die drei Elemente, die die Suche des Alchimisten nach dem Stein der Weisen versinnbildlichen. Der Stein der Weisen ermöglicht es, aus unedlen Metallen Gold und Silber zu gewinnen und ein Universal-Heilmittel herzustellen.Die erste Etappe, das "Schwarze Werk", beschwört die Geburt des Kindes herauf. Seine körperliche Entwicklung wird durch das schwarze Labyrinth dargestellt. In diesem Teil des Gartens finden sich viele schwarze Pflanzen und schwarzer Schiefer.

Das weiße Werk symbolisiert die Zeit der geistigen und emotionalen Entwicklung des Menschen. Marie hat hier weiße Rosen, Gräser und Stauden miteinander kombiniert. Anspruchsvolle Menschen sind im "roten Werk" auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und der spirituellen Erfüllung. Hier dominieren rote Rosen und Granatbäume.Neben ihrem privaten Garten haben die de Larosières auch einen magischen Garten angelegt. Dort findet man provenzalische Pflanzen, die dem Volksglauben nach magische Kräfte besitzen. So sollen junge Mädchen, die Johannisbeeren essen, später eifersüchtige Ehefrauen werden. Bohnenkraut, das zum Würzen von Käse benutzt wird, war in Klöstern strengstens verboten, da es aphrodisierende Wirkung haben soll.

Gartentipp: Wie man Lavendel beschneidet
Erste Regel lautet, dass der Lavendel sofort nach der Blüte zu einer Kugel zurückgeschnitten werden sollte, weil sonst die Triebe in alle Richtungen wachsen, sobald die Pflanze ein wenig Wasser bekommt. Es darf nie ins Holz der Pflanze geschnitten werden, weil sie sonst abstirbt. Nach fünf bis sechs Jahren ist die Pflanze verholzt und muss durch junge Setzlinge ersetzt werden.

Les Clos de Villeneuve
In Valensole, dem Herzen der Provence, liegt das Anwesen von André de Villeneuve. Sein Ur-Urgroßvater, Vizeadmiral der vereinigten spanisch-französischen Flotte, erholte sich hier von seinen Schlachten. Als der erfolgreiche Geschäftsmann André de Villeneuve fast 300 Jahre später das historische Gut erbt, besteht der Garten nur aus ein paar alten Bäumen und verwilderten Beeten. Villeneuve investiert sein gesamtes Vermögen, um seinem herrschaftlichen Landhaus einen angemessenen Garten zu verleihen. Er kombiniert große Terracottavasen mit Rosen und umschließt diese mit Buchsbaumhecken. Villeneuve hat seinem Garten aber einen klar provenzalischen Charakter gegeben. Da darf natürlich nicht der Kräutergarten fehlen, den er nicht rein funktionell angelegt hat, sondern auch nach ästhetischen Gesichtspunkten. So hat er verschiedene Kräuter in Mustern angelegt. Zu den typischen provenzalischen Kräutern zählen: Salbei, Thymian, Oregano, Lavendel, Basilikum, Majoran, Bohnenkraut, Rosmarin und Estragon.

Gartentipp: Die Pflege eines Kräutergartens
Kräutergärten dürfen nicht im Wasser stehen, sondern dieses muss ablaufen können. Daher sollen sie in Hanglage oder auf einer Art Erdpyramide (wo die Kräuter zuoberst sind, die am wenigsten Wasser benötigen) angepflanzt oder durch ein gesteuertes System bewässert werden. Der Boden muss außerdem gut belüftet werden und darf nicht zu kalkhaltig sein.

Drôme Provencale
Annabelle und Sylvain Würbels Gärten sind die Lavendelfelder der Drôme Provencale. Hier haben sie ihre Jurte, ein asiatisches Nomadenzelt, aufgeschlagen. Täglich zieht Sylvain mit seiner Ziegenherde über die Felder, um sie dort fressen zu lassen. Danach werden sie von Annabelle von Hand gemolken. Aus der Bio-Ziegenmilch stellt sie den für die Region typischen Frischkäse her, den sie an Feinkostläden verkauft.

Val Joanis
140 Kilometer weiter südlich, zwischen der Gebirgskette des Luberon und der Mittelmeerküste, liegt das Schloss Val Joanis. Hier hat sich Cécile Chancelle vor 30 Jahren ein außergewöhnliches Projekt ausgedacht: einen Küchengarten im Stile des 18. Jahrhunderts. Ihr Ziel war es, Selbstversorger zu sein. Cécile Chandelle stellte sich vor, welche Bedürfnisse und Vorstellungen eine Schlossherrin Ende des 17. Jahrhunderts hatte. Diese kam im Sommer von Mai bis September, Oktober mit all ihren Bediensteten nach Val Joanis, um der Pest und Cholera zu entkommen und um Geld einzutreiben. In ihrem Garten findet man fast alles: von Kürbissen, Zucchini und Tomaten bis zu Johannisbeeren und Obstbäumen.

Gartentipp: Schnitt von Obstspalieren
Obstbäume können zu Spalieren herangezogen werden, indem man etwa nach zwei Jahren beginnt, die Zweige in eine Form zu leiten und Seitentriebe zu beschneiden. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Klassische Formen sind: Palmetten, doppelte Palmetten, Säulen, Kordon und doppelter Kordon. Nach fünf Jahren kann man schon die endgültige Form des Spaliers erkennen.

Schleswig-Holstein


Die Gartenparzelle von Linda und Hinnerk Prohn

Arnis, die kleinste Stadt Deutschlands, liegt malerisch auf einer Halbinsel in der Schlei. An den Hinterseiten der Häuser reichen die schmalen, lang gezogenen Gärten bis an den Ostseefjord heran. Hier haben sich die segelbegeisterten Linda und Hinnerk Prohn vor vierzig Jahren niedergelassen, denn jedes Grundstück hat auch einen eigenen Steg. In dem kleinen Garten von gerade mal 500 Quadratmetern baut Linda Prohn vor allem Gemüse an, denn ihr ist es wichtig ihre Familie mit eigenen, frischen Produkten zu versorgen. Neben den Gemüsebeeten, gibt es viele Blumenstauden und Kräuter sowie Beerensträucher. An den Häuserwänden rankt Weinlaub und am einzig freistehenden Baum blüht eine Ramblerrose einmal im Jahr. Trotzdem gibt es noch mehrere Sitzecken, so dass man im Verlauf eines Tages mit der Sonne mitwandern kann. Bei schlechtem oder sehr heißem Wetter werden einfach die praktischen Sonnen- bzw. Regensegel aufgespannt, die der Sohn der Prohns in Handarbeit herstellt. Doch sobald ein Windchen weht, zieht es das Seniorenpaar, wie eh und je auf Wasser, zu einer Segelpartie.Die Segelmacherei von Hauke Prohn befindet sich im Nachbarort.

Kontakt unter:
Mühlenstr.19a
24376 Grödersby
www.sonnensegelmacher.de

Der Galeriegarten von Andrea Gose
Der Holzbildhauerin Andrea Gose ist auf einem Resthof inmitten der hügeligen Landschaft Schleswig-Hosteins die Symbiose zwischen Leben und Arbeit gelungen. Die Materialien für ihre Arbeiten stammen aus der umliegenden Natur, ihr Garten ist Werkstatt und Galerie zugleich. Als sie vor zwanzig Jahren hier ankam, bestand der Garten nur aus einem Stück Rasen. Heute ist das Grundstück umgeben mit selbst gepflanzten Knicks und verschlungene Wege führen zu Wildwiesen, die sich mit Staudenbeeten abwechseln.

Ein großer Kräutergarten gruppiert sich um den alten Löschteich. Eine Benjeshecke aus Gartenabfällen strukturiert die Gartenlandschaft genauso wie selbstgebaute Weidengeflechte – praktisch als Rankhilfe oder phantasievoll als Gartenpforte. Die Skulpturen und Installation der Bildhauerin sind bedachtsam im Garten verteilt. In dieser Idylle hört man nur die Laufenten quaken, die als Schädlingsbekämpfer für den Schneckenfang zuständig sind, oder manchmal die Motorsäge, mit der Andrea Gose ihre Skulpturen bearbeitet. Andrea Gose nimmt jedes Jahr an der Aktion „Offener Garten“ teil. Im Sommer ist der Galeriegarten auch donnerstags bis sonntags geöffnet.

Kontakt unter:
Kirchenweg 3
24409 Gulde
www.gose-bildhauerin.de

Familie Matz auf Gut Oehe
Gut Oehe liegt auf der Halbinsel Maasholm, direkt an der Ostsee. Sebastian Matz ist der Besitzer des Gutes und der Deichgraf, denn er ist verantwortlich für die dazugehörige Küstenlinie. Das Anwesen liegt gleich hinter dem Deich: das Herrenhaus aus rotem Backstein und die Wirtschaftsgebäude sind umgeben von einer fünf Hektar großen Parklandschaft. Der Park wurde im 19. Jahrhundert angelegt - mit Obstbaumwiesen, Teichen, Alleen und freien Ausblicken über angrenzende Felder und die See. Doch die Nähe zur See macht es dem Landschaftsgarten nicht leicht. Die Stürme haben schon ganze Reihen 200 Jahre alte Blutbuchen einfach umgeknickt. Umso mehr bemüht sich Sebastian Matz die prachtvolle Fächerlindenallee zu erhalten, eine Form die im Barock sehr modern war. Die Linden sind über die Zeit hochgeastet worden, so dass sich ab der ersten Verzweigung die Kronen senkrecht und fächerartig ausbreiten können. Heute sind Fächerlinden nur noch ausgesprochen selten zu finden. Auf Gut Oehe führt die Allee mit einem romantischen Blick direkt auf die Ostsee zu.Das Anwesen darf besichtigt werden. Auf dem Gut stehen Ferienwohnungen zur Verfügung.

Kontakt unter:
Oehe 1a
24404 Maasholm
www.gut-oehe.de

Der Garten der Heppelmanns
In einem kleinen Straßendorf in der Nähe von Schleswig versteckt sich der Garten von Ursula und Wolfgang Heppelmann. Komplett von hohen Hecken umschlossen, ist von außen nur ein alter Fachwerkgiebel zu sehen - im Torbogen steht die Jahreszahl 1784. Es ist eines der letzten Einhallenhäuser in Schleswig-Holstein und der Restaurator und seine Frau richten es seit zwanzig Jahren detailgetreu wieder her. Den Garten haben die beiden nach dem Vorbild von Hidcote-Manor-Garden in Südengland gestaltet. Wie in einem barocken Schloss sind die unterschiedlichen Gartenräume hintereinander gestaffelt mit Sichtachsen, die immer wieder bezaubernde und neue Blicke freigeben. Hinter einem drei Meter hohen Buchheckenumgang, verbirgt sich ein Rasenrondell mit hohen Rosenstämmen, dazwischen Einjährige wie Phlox und Cosmea. Neben einer alten Hainbuchenlaube ein weiterer üppiger Rosengarten mit Buchseinfassungen. Dort befinden sich verschiedene Formen von Hostas und hohe Eiben wie Wächter aufgereiht rahmen den Weg. Am hinteren Ende des Grundstücks findet man einen Buchsgarten aus mannshohen Kugeln und Quadern. Es wirkt wie in einem Märchen und erschienenen Prinzessinnen, die durch die Gänge und Partien des Gartens lustwandeln – verwundern würde es kaum. Garteninteressierte sind willkommen, aber bitte nur nach vorheriger Absprache.

Kontakt unter:
w.heppelmanns@gmx.net

Gartentipps


Brennnesseljauche

Brennnesseljauche stinkt fürchterlich, ist aber ein exzellenter Stickstoff- und Kalidünger und preiswert dazu. In einem Gefäß – kein Metall – werden die Brennnesseln, egal ob jung oder alt, mit kaltem Wasser aufgefüllt bis sie vollständig bedeckt sind. Es sollte möglichst Regen- oder Brunnenwasser verwendet werden, da Leitungswasser oft zu kalkhaltig ist. Die Stängel mindestens 10-12 Tage abgedeckt ziehen lassen, erst dann beginnt die Vergärung. In dieser Zeit ab und zu umrühren und wenn die Jauche nicht mehr schäumt ist sie fertig. Reine Brennnesseljauche enthält viel Stickstoff – einer der wichtigsten Stoffe, aus dem Eiweiß für das Wachstum der Pflanzen gebildet wird. Zur Düngung und Stärkung sollte die Jauche 10fach verdünnt an die Wurzel gossen werden. Möglichst an trüben Tagen, denn bei Sonnenschein können an den Pflanzen Verbrennungen auftreten. Sie eignet sich allerdings auch hervorragend zur Bekämpfung von Blattläusen. Hierfür die Jauche ungefähr 1:50 verdünnen – dann darf das Mittel auch auf Triebe und Blätter von Pflanzen gespritzt werden.

Holunderblütensirup

Im Juni kann man – nicht nur in Schleswig-Holstein - frische Holunderblüten pflücken und Holunderblütensirup ganz einfach selbst herstellen. Damit der feine Geschmack erhalten bleibt, dürfen die Blütendolden nicht gewaschen, sondern nur ausgeschüttelt und gut verlesen werden, so dass alle Insekten entfernt sind. Für etwa zwanzig Dolden Holunderblüten zwei Zitronen in Scheiben schneiden und beides in eine Glas- oder Keramikschüssel schichten. Für den Sirup Wasser (1,5 Liter) und Zucker (1,5 Kilo) aufkochen und anschließend Zitronensäure (50g) darin auflösen. Die Flüssigkeit noch heiß über die Blüten gießen und abgedeckt für drei Tage ziehen lassen. Vor dem Abfüllen den Sirup noch einmal kurz erhitzen, er ist dann länger haltbar. Die Flaschen sollten am besten an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrt werden. Holunderblütensirup ist vielseitig verwendbar, gerne wird er verdünnt mit Wasser getrunken oder auch einem Glas Sekt beigegeben.

Buchs vermehren
Wer in seinem Garten Beete mit kleinen Buchshecken einrahmen möchte, braucht schnell einige hundert Pflanzen. Um den Geldbeutel zu schonen, kann man auf selbst gezogene Pflanzen zurückgreifen. Buchs zu vermehren macht nicht viel Mühe, braucht aber viel Geduld. Deswegen sollten dafür Stecklinge von schnell wachsenden Buchssorten verwendet werden. Bestenfalls kann man auf Triebe zurückgreifen, die ohnehin beim jährlichen Schnitt anfallen. Wichtig ist, die unteren Blätter abzustreifen und nur Triebe auszuwählen, die schon etwas verholzt sind, denn frische grüne verfaulen schnell. Zum Einsetzen ist ein halbschattiger Platz mit lockerem Boden ideal. Die Pflanzen müssen regelmäßig gegossen werden, aber es darf keine Staunnässe entstehen. Nach einigen Wochen sollte der Steckling Wurzeln gebildet haben. Bereits in alten Bauerngärten wurden die einzelnen Beete mit Buchshecken eingerahmt. Das geschah nicht nur zur Zierde, sondern die kleinen Hecken haben auch wichtigen Nutzen – sie spenden den Pflanzen Schatten und Feuchtigkeit und halten den Wind ab.

Seeland


Interesse an der Gartenkultur ist historisch vor allem auf den großen Gütern, den Herregaarde und natürlich in den Gärten der zahlreichen Schlösser Seelands zu finden. Im täglichen Leben der modernen Dänen erfährt die Lust und das Interesse am Garten allmählich einen Aufschwung, so dass um die schönen Steinhäuser mehr und mehr ländliche Gärten entstehen.

Langebækgaard
Der Garten von Jeanne und Anders Brüel liegt im Süden Seelands. Er hat seine Wurzeln im 19. Jahrhundert, wurde aber über Jahrzehnte vernachlässigt, bis Jeanne und Anders ihn vor 17 Jahren zu neuem Leben erweckten. Ihr Ziel ist, einen Garten im viktorianischen Stil zu schaffen, der stilistisch zum Wohnhaus aus gleicher Zeit passt.

Der Garten ist aufgeteilt in unterschiedliche Bereiche. Im Frühling blüht eine Rhododendronpartie besonders farbenfroh, es folgen der Paradiesgarten mit etwas später blühenden Ziergehölzen. Hinzu kommen Päonienbeete und auch ein schöner Schattengarten. Eindrucksvoll sind außerdem ein großes rundes Beet hinter dem Haupthaus, übervoll bepflanzt mit der historischen Rosensorte Rose de Resht, und vor allem ein weitläufiges Staudenbeet am Bach mit vielen unterschiedlichen Astilben, Phlomis, Astrantia, Thalictrum, Cimicifuga und anderen mehrjährigen Pflanzen. Natürlich finden sich in diesem alten Garten auch gewaltige Eichen, unterschiedliche Koniferen und sogar ein Labyrinth. Eine weitläufige Wiese, ein Küchengarten und gepflegte Rasenflächen vermitteln ein sehr gepflegtes Gesamtbild, das eine gelungene Einheit mit dem Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert bildet. Der Garten ist mehrfach im Jahr für Besucher geöffnet.

Kontakt unter:
Langebækgaard
Jeanne und Anders Brüel
DK – 4772 Langebæk
www.langebaekgaard.dk

Connie und Paul Linnebjergs Garten
Ebenfalls im Süden der Insel, nicht weit von Langebækgaard entfernt, liegt der Garten von Connie und Paul Linnebjerg. Vor 16 Jahren zogen sie hierher, um sich ihren Wunsch nach einem Leben auf dem Land zu erfüllen. Ihr Wohnhaus ist eine ehemalige kleine Landschule, die sie liebevoll renoviert und sehr persönlich eingerichtet haben. Der Garten ist heute eine gelungene Mischung aus Beeten voller Rosen, Rosenbegleitern, Rhododendron und Päonien, vielen romantisch gestalteten kleinen Sitzplätzen und einem größeren Bereich, in dem an Platz für Wildtiere und ihre Bedürfnisse gedacht wird. So blühen hier Brennnesseln und Giersch als Insektennährpflanzen, und die beiden haben eine Schnittholzhecke angelegt, in der es viele Unterschlupfmöglichkeiten für Igel, Vögel, Insekten und Mäuse gibt.

Das „Paradehuset“ – das Glasgewächshaus auf dem Gelände von Gisselfeld Kloster

Greg Kobett und Stig Lauritsen leben dort, wohin andere einen Ausflug planen. Nämlich im Park von Gisselfeld Kloster, im Inland der Insel Seeland. Der Park zählt zu den schönsten Landschaftsparks im englischen Stil in Nordeuropa. Seinem Namen zum Trotz war das „Kloster“ nie ein Kloster, sondern immer ein Schloss. Greg und Stig sind Gartenarchitekten. Sie leben und arbeiten im ehemaligen Gärtnerhaus auf dem Gelände. Ihre besondere Leidenschaft gilt den Kübelpflanzen – und dem Paradehuset, dem großen Glasgewächshaus aus dem 19. Jahrhundert, das direkt vor dem Kloster liegt. Das Paradehuset war in schlechtem Zustand, als die beiden es vor 11 Jahren übernahmen. Einst hatten die Erbauer, ein Grafenpaar, das im Schloss lebte, eine beachtliche Pflanzensammlung dort untergebracht. Heute haben Stig und Greg die Sammlung wieder aufleben lassen und natürlich auch das Glasgewächshaus wieder in Stand gesetzt – gemeinsam mit der Verwaltung des Klosters. Hier wachsen nun vor allem subtropische Pflanzen in Kübeln, außerdem gibt es eine Sammlung besonderer Pelargonien und Sukkulenten. Das Paradehuset ist regelmäßig für Besucher geöffnet.

Kontakt unter:
Greg Kobett und Stig Lauritsen
Paradehuset, Gisselfeld Kloster
Giselfeldvej 3
DK – 4690 Haslev
www.paradehuset.dk

Rikke Larsen
Rikke Larsen hat ihren eigenen Weg aufs Land gefunden. Zusammen mit ihrem Mann Lars und den Töchtern Emily und Camille lebt sie in der Nähe des Roskildefjords im Norden Seelands. Hier kultiviert sie Kräuter, Rosen und Stauden in ihrem Garten, der den Blick frei gibt auf einen schönen, Baum umstandenen See.
Rikke ist bewusst aus der Hauptstadt Kopenhagen aufs Land gezogen. Hier sollten ihre Kinder aufwachsen und hier führt sie einen Laden, gemeinsam mit ihrer Mutter Birgitte. Das Einrichtungsgeschäft bietet Unikate von Flohmärkten und Börsen in ganz Europa an – natürlich auch Dekorationsobjekte und Nützliches für den Garten. Rikke und Birgitte machen sich jeden Monat selbst auf den Weg bis nach Italien und Frankreich, um die Stücke zusammen zu tragen. Das besondere: Grelle Farben sucht man hier vergebens. Der überwiegende Teil ist weiß, sogar die Wände und Fußböden. Ein Stil, der in Dänemark seit ca. 15 Jahren sehr populär ist. Rikke Larsen kann man in ihrem Laden besuchen.

Kontakt unter:
Rikke Larsen
Honning og Flora
Trehøjevej 41
DK – 4070 Kirke Hyllinge
www.honningogflora.dk

Småland


Stensjöäng: Der Garten von Marianna Agetorp

Der Garten von Marianna und Anders Agetorp liegt im Süden Smålands, mitten im Wald. Allein die Fahrt dorthin ist ein kleines Erlebnis, denn die Anreise führt durch einen hohen Nadelwald, in dem gewaltige Felsblöcke liegen – Relikte der letzten Eiszeit. Der Garten erstreckt sich rund um das rote Holzhaus. In der Nähe des Hauses blühen im Sommer viele Rosen und Stauden. Doch auch wilde Pflanzen dürfen hier wachsen: Farne des Waldes, Wiesenblumen und wilde Heilkräuter. Marianna mag dieses charmante, gelungene Zusammenspiel.


Je weiter man sich vom Haus entfernt, umso naturnäher werden ihr Grundstück und der Garten. Hier erstrecken sich Wiesen, auf denen Schafe den Bewuchs niedrig halten, aber auch größere Waldabschnitte gehören zu Mariannas Reich. Im äußersten Teil ihres Gartens befindet sich die „Waldkathedrale“, ein fichtenbewachsener Ort, an dem Marianna meditiert und Zwiegespräche mit der Pflanzen hält. Außerdem ist ein Wald umsäumter, großer See Teil ihres Grundstücks. Wann immer es sich einrichten lässt, empfängt Marianna Künstler in ihrem Garten, die sich hier inspirieren lassen können, oder auch gemeinsam mit ihr Kunstwerke installieren. Sie selbst hat in Schweden schon mehrere Gedichtbände veröffentlicht.

Marianna und Anders Agetorp begrüßen nach vorheriger Absprache gern Gäste in ihrem Garten.
 
Kontakt unter:
Marianna und Anders Agetorp
Spjutaretorp, Stensjöäng
SE - 343 92 Häradsbäck
Tel.:+46 (0) 459-37 000
www.agetorp.se

Ålshults Herrgård: Der Garten von John Blontrock und Marc van Beek
Die beiden Belgier sind erst im Jahr 2008 von Brüssel nach Småland gezogen. Ihr Haus stammt ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert, der parkähnliche Garten wurde in den 30er bis 40er Jahren des 20. Jahrhunderts im englischen Stil angelegt. Allerdings war er recht vernachlässigt, als die beiden das Grundstück erwarben. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, im Laufe der Jahre den Garten wieder zu dem zu machen, was er ursprünglich einmal war. Heute erkennt man schon wieder die Wegeführung, und natürlich sind die alten Gehölze des Gartens - zum Beispiel eine Ahornallee – beeindruckend. Außerdem gibt es einen großen Seerosenteich, der den Endpunkt einer Blickachse vom Haus aus bildet. Rhododendron und schöne Rasenflächen sowie ein hübscher Pavillon umgeben das Haus, genau so wie ein üppiger Gemüsegarten. Viele Pflanzen ziehen die beiden im eigenen Gewächshaus vor, bevor sie sie nach den letzten Frosttagen ins Freiland umpflanzen können. Aus dem Gemüsegarten stammen viele frische Zutaten für die Gäste, die Marc und John in ihrem sehr kleinen Hotel begrüßen. Die Gäste sind herzlich eingeladen, den Garten zu besichtigen. Auch andere Garteninteressierte sind willkommen – aber bitte nur nach telefonischer Absprache.

Kontakt unter:
Ålshults Herrgård
SE-360 10 Ryd
Tel:+46 (0) 768-28 88 20
www.alshults-herrgard.se

Der Garten von Anneli Svensson
Annelis Garten besteht vor allem aus einer großen Fläche für Gemüse und Obst. Sie kultiviert zum Beispiel Rhabarber, Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Erdbeeren und Obststräucher, bzw. –bäume. Außerdem halten sie und ihr Mann Hühner. Rund um ihr Wohnhaus und die Werkstatt befinden sich vor allem Rasenflächen und Wiesen. Schafe weiden auf den Flächen gegenüber vom Haus. Diese schlichte Anmutung passt sehr gut zur Wohnidee der beiden: Auch in vergangenen Jahrhunderten hatten die Menschen oft keine prachtvollen Ziergärten, sondern vor allem Nutzgärten – in denen natürlich auch eine Reihe mit Dahlien, Phloxen oder Wicken ihren Platz fand. Bei Anneli und Lennart gehen Nutzgarten und die äußere Erscheinung des Dreiseit-Hofes jedenfalls eine schöne Symbiose ein.

Kontakt unter:
Lennart Svensson
Qvarnarps Byggnadsvårdsbutik
Kvarnarps Gård
SE - 575 95 Eksjö
Tel:+46 (0) 381-361 95
www.qvarnarp.com

Steiermark


Seit Generationen haben die Bauern und die Waldarbeiter die Landschaft der Steiermark geprägt. Der Garten diente vor allem der Ernährung seiner Besitzer.In den letzten Jahrzehnten haben immer mehr Steirer die Lust am Ziergarten entdeckt und so mancher Stadtmensch erfüllt sich seinen Landtraum - denn viele kleine Bauernhöfe werden in Zeiten der gigomanischen EU-Landwirtschaften aufgegeben und finden so eine neue Bestimmung.

St. Kathrein am Offenegg: Der Sulamith-Garten von Sissy und Daniel
Sissy und Daniel Sichart haben lange nach ihrem Traumgrundstück gesucht und es vor 13 Jahren gefunden. Auf einer Alm in der Oststeiermark, 1000 Meter hoch gelegen. In jahrelanger, mühevoller Arbeit haben die Beiden zusammen mit ihren vier Kindern einen steilen Wiesenhang in einen blühenden „hängenden“ Alpengarten verwandelt. Am Anfang hatten sie keine Ahnung von Botanik. Von Italien bis hinauf nach Dänemark wurden unzählige Gärten angeschaut - von Barock-Gärten bis zu Friedhofsgärten. Sie haben sich Fachbücher zugelegt und gemeinsam gelesen – oft nächtelang. Sissy hat ihren Garten nach dem orientalischen Mädchennamen Sulamith benannt – er ist ein Synonym für die natürliche Schönheit.

Außerdem pflegt sie neben heimischen Bäumen, Stauden und Blumen auch eine Vorliebe für Pflanzen und Kräuter, die ursprünglich im Orient beheimatet sind.Für Sissy Sichart ist ihr Garten Lebensgefühl. Sie findet „eine Familie zu haben und einen Garten ist ein Grundbedürfnis der Menschen…
Ich sehe mich als Gast im Garten und nicht als brachiale Herrscherin die mit der Giftspritze alles zerstört was Natur ist.“Jeden Morgen schlendert sie barfuß durch ihren terrassenförmig angelegten Hanggarten und sammelt Blumen und Kräuter. Ein tägliches Ritual aus dem ein umfangreiches Wissen erwachsen ist, dass Sissy inzwischen gerne mit anderen Kräuterliebhabern teilt.Nach Anmeldung kann man Sissy Sicharts „Sulamith Garten“ auch gerne besichtigen. Ihr Garten gehört zum oststeirischen Verein „Garten-Lust“ deren Obfrau sie ist. In ihrem kleinen Hausladen verkauft sie Kräuter, getrocknete Blumen, Tees, verschiedene Blumen- und Kräuteröle und auch selbst hergestellte Blüten- und Kräuterkosmetik, wie z.B. ihre beliebten „Badeherzen“ Sulamith.

Kontakt unter:
GartenSissy
SichartZeil
1888171 St.Kathrein am Offenegg
Telefon: +43 (0) 3179-32 32
Fax: + 43 (0) 3179-32 32 20
Mobil: +43 (0) 664-221 49 00
Email: sissy.sichart@sulamith.at
Internet: www.sulamith.at

Jös in der Südsteiermark: Der Schlosspark von Christine und Betran Conrad-Eybesfeld
Ganz im sonnenverwöhnten Süden der Steiermark liegt das 28 ha große Anwesen von Christine und Betran Conrad-Eybesfeld. Das Adelspaar hat sich neben der Erhaltung der Tradition für eine zeitgemäße Landschaftsgestaltung entschieden. Aus einem klassischen Schlosspark ist eine Welt der Entdeckungen geworden. Als Betran Freiherr Conrad - Eybesfeld vor 20 Jahren den desolaten Familienbesitz übernahm, stellte er sich die Frage, wie er damit umgehen soll. Der erste Ansatz war renovieren, doch der Besitz sollte auch für die nächste Generation - seinen Sohn und seine Tochter - attraktiv werden.

Die Familie lud Künstler und Landschaftsplaner ein, die ihre Ideen und Spuren im Schlosspark hinterließen. Daraus entstand auch die Freundschaft mit dem renommierten belgischen Landschaftsarchitekten Adriaan Geuze, der die Adelsfamilie zu zeitgenössischen Veränderungen ermutigte. Nur so schafften sie es, einen Teil der ehrwürdigen alten Schlossmauern einzureißen und großzügig zu verglasen, um den Blick in den Park zu öffnen. Eine der neuesten Ideen von Adriaan Geuze ist eine fahrbare Terrasse, die auf Schienen im Schritttempo durch den Park gleitet. So kann die Familie beim Kaffee oder beim Abendessen den Park durchqueren und hat immer wieder herrliche Ausblicke ins Schlossgelände. Wer möchte da nicht gerne zu Gast sein.

Kontakt unter:
Bertran Conrad-Eybesfeld
Jöss 1
8403 Lebring
M +43 (0) 650-30 12 426
T +43 (0) 3182 2408 18
F +43 (0)  3182 2408 16
bce@eybesfeld.at

Kontakt zu Adriaan Geuze:

West 8 urban design & landscape architecture b.v.
Schiehaven 13M
3024 EC Rotterdam
The Netherlands
tel. +31 (0) 10 485 5801
fax. +31 (0) 10 485 6323
public relations: pr@west8.com
general enquiries: west8@west8.com
application enquiries: m.maliepaard@west8.com

Weiz: Der Stadtgarten von Cornelia Moosbauer
Die Wege für Conny Moosbauer sind lang, denn sie hat einen schmalen, tiefen Stadtgarten. Er liegt direkt am Hauptplatz der kleinen Stadt Weiz inmitten des oststeirischen Apfellandes. Conny hat einen sogenannten „Handtuchgarten“ in eine unvermutet großzügige Oase verwandelt. Mitte August leuchtet ihr Garten in den prächtigen Farben der Spätsommerblüten: der rosa und weißen Astern, der rubinroten und orangeroten Dahlien, der leuchtend gelben und roten Zinnien. Den Grundstein für den heutigen Garten hat schon Conny’s Mutter gelegt.

Fast alle Bäume wurden von ihr gepflanzt – auch der Blauglockenbaum - der auch Kaiserbaum oder Kaiser-Paulownie genannt wird. Denn der Blauglockenbaum war der Lieblingsbaum von Kaiser Franz Joseph - er hat sie im ganzen Habsburg-Reich pflanzen lassen. Noch heute stehen viele davon in Schloss Schönbrunn. Conny Moosbauer ist Inhaberin eines Modehauses in Weiz. Ihr Garten liegt direkt hinter der Boutique. Mode und Garten - zwei Welten, die Conny bestens versteht zu vereinbaren. Jede freie Minute verbringt sich in ihrer Pflanzenwelt, die nur zwei Schritte von ihrer Arbeitswelt entfernt ist. Dort kommt sie schnell zur Ruhe. Höhepunkt im Sommer sind ihre Gartenfeste. Dann wird die neueste Mode - auch die frisch eingetroffene Trachtenmode - in die Apfelbäume gehängt und bei Wein und leckeren Häppchen kann man eine steirische Modenschau im Garten genießen. Conny Mossbauer lädt gerne Besucher in ihren Garten ein. Bitte vorher anmelden!

Kontakt unter:
Modehaus Moosbauer GmbH
Hauptplatz 19 A
8160 Weiz
Tel.:+43 (0) 33172/2390
Fax:+43 (0) 33172/41478
E-Mail:modehaus@moosbauer.net

So unterschiedlich die drei steirischen „Landträume“ sein mögen, sie sind für ihre stolzen Besitzer ein Lebenswerk, das sie eines gelehrt hat: Geduld zu haben.


Gartentipps


Die Verwendung der Brennnessel und des Brennnesselsamen
Für Sissy Sichart ist die Brennnessel „ein ganz besonderes Kräutl, weil grad Unkräuter strotzen vor Energie. Und bei uns auf der Alm ist die Brennnessel auch ein altbewährtes Hausmittel. Was viele Leute nicht wissen, dass die ganze Energie, der Brennnessel sich in dem Samen sammelt und das fördert die Glückshormone. Also entweder frisch und mutig in die Brennnesseln rein gehen, sich einen Brennnesselgarten anlegen, oder sich in ein Brennnesselbett legen. Mann kann daraus auch ein Massageöl machen, das lebendig und aufhellend wirkt.“ Der Brennnesselsamen eignet sich hervorragend zum Würzen von Speisen und Salat.

Rezept für eine Brennnessel-Salbe:
Zutaten:
100 ml Brennnessel Öl Auszug
12 g Bienenwachs

Zubereitung:
Der Öl Auszug wird mit dem Bienenwachs vorsichtig auf ca. 65-69 erhitzt. Achtung, nicht überhitzen!
Wenn sich das Bienenwachs aufgelöst hat, wird der Balsam noch einmal gut durchgerührt, leicht auskühlen lassen, mit Ätherischen Ölen verfeinern und in Crem Tiegel abfüllen, erst verschließen, wenn der Balsam ganz abgekühlt ist!

Zubereitung Öl Auszug:
Brennnessel Samen in ein Glas geben, mit Hochwertiges Olivenöl anfüllen, gut verschließen und reifen lassen.

Die Verwendung von Spiegeln um mehr Weite und Licht in den Garten zu zaubern:

Durch Spiegel kann man zusätzlich Licht in dunkle Ecken des Gartens bringen und suggeriert mehr Tiefe des Gartenraums. Allerdings muss man darauf achten, den Spiegel nicht der Feuchtigkeit auszusetzen, wenn man ihn im Freien aufhängt. Denn ohne Schutz vor Nässe ist der Spiegel schnell kaputt. Der Spiegel sollte auch nicht zu tief gehängt werden, dass gibt keine so schöne Perspektive und sieht unnatürlich aus. Außerdem ist es sehr wichtig, den Spiegel nicht ganz frei stehen zu lassen, sondern immer einen Vorhang oder ein Efeu runterhängen lassen , weil er sonst eine Todesfalle für Vögel werden kann.

Toskana


Andrea Mati ist Gartendesigner mit Tradition. Im Auftrag zahlungskräftiger Kundschaft und in Zusammenarbeit mit Architekten entwickelt und gestaltet er komplette Anlagen. Andreas Wurzeln fußen in der toskanischen Gartenbaukunst, die im Hortus clusus, dem geometrischen, geschlossenen Garten, ihren Ursprung hat. Die Benediktiner begründeten diese mit Buchsbäumen strukturierten Gär-ten. In den inneren Bereichen pflanzten die Mönche Gemüse und Heilpflanzen an.

Außen herum wurden kleine Wege angelegt, wo die Mönche gingen und be-teten oder sich unterhielten. Mit der Renaissance wurde dieses Prinzip dann auf größere und repräsentative Gärten übertragen. Neben dem Gartenbau komponiert Andrea Mati musikalische Werke, geschult an Ravel und Berio, und lässt sich dabei von der Natur und dem Gartenbau inspirieren.

Kontakt unter:
www.studiomati.com

Der kosmopolitische Garten
Im Herzen des Chianti-Gebietes, mit einem traumhaften Blick auf die umliegende Hügellandschaft, liegt der kosmopolitische Garten von Antonio Perazzi. Das Leitmotiv des erfolgreichen Gartendesigners: Der moderne Mensch ist hochgradig mobil und von Kulturen aus aller Welt beeinflusst. So wie ein typisch toskanischer, renaissancistischer Garten seine Zeit widergespiegelt hat, so sollte ein moderner Garten die heutige Zeit reflektieren. Ausgehend von mediterranen Elementen hat Antonio Perazzi deshalb in seinem privaten Gartenreich zahlreiche Pflanzen aus der ganzen Welt importiert und eingepflanzt. Es gibt keine strenges Gartenkonzept oder Symmetrien. Der Gärtner und seine Familie pflanzen dort, wo es ihnen gerade gefällt. Geht eine Pflanze ein, wird es das nächste Mal an einer anderen Stelle versucht.

Wichtig ist, dass der Garten einen harmonischen Eindruck ausstrahlt, dass sich der Mensch darin wohlfühlt und einen Rückzugsort von der Hektik des modernen Lebens findet. Statt die Natur zu bändigen und ihr Form zu geben, sollte der moderne Garten eine urwüchsige Wildheit und Unmittelbarkeit ausdrücken und auf die umgebende Landschaft, die heute fast vollständig von Menschenhand gestaltet ist, ausstrahlen. Renaissance des ländlichen LebensIn den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg drohten zahlreiche Dörfer der Toskana auszusterben.

Das Leben war hart, die Aussicht auf einkömmlichere Tatigkeiten in Städten oder im Ausland lockte. Inzwischen besinnen sich zunehmend mehr Menschen wie Simone Coccia wieder auf ihre ländliche Herkunft. Nach der Heirat war der Mittdreißiger mit seiner Frau nach Florenz gezogen. Doch die Sehnsucht nach dem selbständigen Leben auf dem Land war zu groß. Er kündigte schließlich seine Stelle, suchte sich eine neue Arbeit in der Nähe seines Geburtsdorfes und kehrte mit Kind und Kegel zurück. Heute leben wieder vier Generation – insgesamt 25 Personen – auf dem kleinen Gut. Sie bauen Wein an, besitzen einen Olivenhain, Wald, Gemüsegarten, einige toskanische Chianina-Rinder sowie Schweine, aus denen sie ihre eigene Salami und Schinken herstellen. Außerdem kultivieren die Familie Giaggolo, toskanischen Iris, dessen Extrakte in der Parfumindustrie genutzt werden.

Umbrien


Giardino Reinhardt
Am nördlichen Rand Umbriens liegt das wohl beeindruckenste Gartenreich Umbriens: der Giardino Reinhardt. Der Landschaftsgärtner Thomas Reinhardt lebt mit seiner Frau Martina auf einem dreihundert Hektar großen Anwesen mit Naturwäldern und Wiesen. Am unteren Teil des Grundstücks hat das Paar eine aus zwei Teilen bestehenden Gartenanlage geschaffen. Der untere Staudengarten beeindruckt durch breite Rabatten und eine üppige, farbenprächtige Blumenpracht. Der obere Teil ist geprägt von Olivenbäumen, die seit Jahrhunderten auf diesem Ort stehen. Zwischen den Bäumen hat Thomas Reinhardt eine hügelige Stuktur geschaffen, so dass trockene und feuchte, schattige und sonnige Areale entstanden sind. So kann der Gärtner unterschiedlichste Pflanzen aus allen Teilen der Welt kultivieren, die er von seinen zahlreichen Reisen mitgebracht hat.
Thomas Reinhardt sieht die Gestaltung eines Gartens als kreativen Akt des Unterbewuss-ten. Beim Giardino Reinhardt dauerte es mehrere Jahre, bis sich vor dem inneren Auge des Gärtners eine Form herauskristallisierte, die diesem spezifischen Standort angemes-sen schien. Seine Inspirationen bezieht Thomas Reinhardt unter anderem aus Asien, zum Beispiel beim Eingangstor, das der Gärtner aus Efeu gestaltet hat: „Die Bedeutung dieses Efeutores findet ihre Parallele in japanischen Teegärten. Bevor man diese Gärten betritt, muss man sich verbeugen, um alle Eitelkeiten der Welt hinter sich zu lassen. Wenn wir durch dieses Tor geschritten sind, sind wir rein und unschuldig.“

Kontakt unter:
www.giardinoreinhardt.com

Landtraum mit Eseln und T-Shirt-Produktion in umbrischer Erde
In seinem früheren Leben besaß Sebastian Rundy eine florierende Marketingagentur in der Schweiz. Von einem Tag auf den anderen beschloss er, sein Leben zu ändern. Er verschenkte sein Vermögen und zog nach Umbrien, um auf einem Jahrhunderte alten, kleinen Landgut etwas Neues anzufangen. Um den Traum des einfachen, unabhängigen Lebens zu finanzieren, ist Kreativität gefragt. So verkauft Sebastian die Milch seiner zwei Dutzend Esel. Diese eignet sich gut für Kinder mit Milchallergie. Darüber hinaus stellt er aus dem kostspieligen Rohstoff Kosmetika, Cremes und Seifen her – Luxusprodukte für wellness-liebende Betuchte.

Ein weiteres Projekt: die Herstellung von T-Shirts aus Rohseide. Sebastian vergräbt diese für mehrere Wochen an verschiedenen Stellen seines Grundstücks. Durch die Mikroorganismen im Boden werden die Kleidungsstücke verfärbt – jedes auf einzigartige Weise. In stilvollem Karton und Seidenpapier verpackt und mit selbst hergestellten ätherischen Ölen von Kräutern seines Grundstücks beträufelt, vertreibt der Lebenskünstler seine kuriose Kollektion inzwischen in ganz Europa.

Kontakt unter:
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Der Rosengarten von Daniela Fé d’Ostiani

An den Hängen des Lago di Trasimeno, Umbriens größtem See, hat Daniela Fé d’Ostiani ihr grünes Reich geschaffen. Malerisch, wild und von englischen Landschaftsgärten inspi-riert ist der Garten nicht nur für seine Besitzerin ein Quell der Entspannung. Immer wieder kommen Besucher von weit und fern, um Danielas Gartenwerk zu bewundern. Danielas ganzer Stolz ist ihre Rosensammlung. Über 140 verschiedene Sorten hat die Gärtnerin versammelt. Viele Kletter- und so genannte Ramblerrosen hat sie unmittelbar neben Bäumen gepflanzt. Mit ihren biegsamen Trieben ranken sie sich rund um Stämme und Äste und wachsen bis zu 10 Meter hoch.

Daniela beschneidet ihre Pflanzen so wenig wie möglich. Das spart nicht nur Arbeit, sondern verschafft dem Anwesen mit seinem alten Landhaus eine träumerische, verwunschene Atmosphäre.In einem Teil von Danielas Gartens herrscht allerdings strenge Symmetrie. Hier hat sie einen italienischen Gemüsegarten anlegen lassen – nach einem Modell der Renaissance. Früher gingen in den Gängen zwischen den Hecken die Mönche spazieren, unterhielten sich oder beteten. Dazwischen wuchsen Gemüse, Kräuter und Blumen. Zeit für Spaziergänge hat die viel beschäftigte Gärtnerin zwar nicht. Doch auch sie baut zwischen den akkurat gestutzten Buchsbaumhecken Kräuter und Gemüse an: Tomaten, Bohnen, Zucchini, Auberginen.

 

Erstellt: 06.06.12, Letzte Änderung: 18.04.13
 
 

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